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Ratssitzung 23. Mai 2022
Grüne Energie
Ein reichlich dezimierter Gemeinderat saß am Montag der versammelten örtlichen Kieswirtschaft gegenüber, um neben der Neugestaltung der Schulhöfe, die Photovoltaikanlagen auf dem Baggersee der Firma Kühl in die Zielgerade zu bringen.
Wie aus der Sitzungsvorlage hervorging, besitzt die Gemeinde Iffezheim einen Anteil von über 130 Hektar an vier Baggerseen, knapp 10 davon gehören zum See der Firma Kühl. Gut die Hälfte davon soll mit einer schwimmenden Photovoltaikanlage bedeckt werden. Lisa Notheisen von der EnBW-Tochter Erdgas Südwest stellte dem Rat zwei von ihrer Firma realisierten Anlagen, die jeweils weniger als 10 Prozent der Seefläche bedecken, vor. Ökologisch hätten die Anlagen keine negativen Einflüsse, zitierte sie Studien der Fraunhofer-Gesellschaft. Im Gegenteil, erwärme sich das Wasser unter den Paneelen weniger stark. Thorsten Volkmer von der Kies und Beton AG ergänzte, dass neueste Studien eine Überdeckung von bis zur Hälfte des Sees für unbedenklich hielten.
Auf dem zu Iffezheim gehörende Teil des Kühl-Sees sollen zwei Anlagen mit zusammen 6 MWp schwimmen, welche jährlich 6 Millionen kWh Stunden Strom produzieren und 4 200 Tonnen CO2 einsparen sollen. Hälftig geht der Ertrag an die Firmen Kronimus und Kühl, welche damit ihre Produktionsprozesse nähren werden. Der Rest soll ins öffentliche Netz eingespeist werden, wie Martin Weßbecher von den Stadtwerken Baden-Baden erläuterte, welche den Part der zur Fa. Kühl gehörenden Anlage betreiben. Die auf die Stromproduktion entfallende Gewerbesteuer werde nach Iffezheim fließen, erläuterte Christiane Ritter von der Firma Kühl auf Nachfrage. Die Vorstellung des Projektes fand einhelligen Beifall im Rat. Bürgermeister Christian Schmid ergänzte, dass er bereits erste Gespräche mit den zuständigen Stellen im Landratsamt geführt habe, da das Vorhaben nach dem Wasserrecht zu genehmigen sei. Der Rat gab ihm das einhellige Plazet, diese weiter zu führen.
Windkraft
Zuvor hatte Frau Kies vom Stadtplanungsbüro Schöffler über den Zeitplan zum Ausbau der Windenergie in der Verwaltungsgemeinschaft Rastatt informiert. Mit dem neuen Windatlas von 2019, seien die Planungsgrundlagen aus 2012 obsolet geworden. Als Gründe nannte sie die Umstellung der Bewertung von der durchschnittlichen Windgeschwindigkeit auf die Windleistungsdichte in Watt je Quadratmeter, sowie die verfeinerten Meß- und Modellierungsmethoden und den technischen Fortschritt der Windanlagen. Wurde nach altem Windatlas in der Verwaltungsgemeinschaft kaum ausreichende Windhöfigkeit erreicht, so wird diese nach neuer Modellierung überall erreicht und somit Windräder rentabel betreibbar. Insbesondere Flächen nordöstlich der Rennbahn und zwischen der Alten Landstraße und dem Wittweg waren auf dem Kartenmaterial als geeignet ausgewiesen. Frau Kies betonte, das diese Karten erst Entwurfsstatus hätten und artenschutzrechtliche und ökologisch Belange bisher nur bedingt Einfluss gefunden hätten. Diese würde in den kommende Monaten und Jahren betrachtet werden. Den endgültigen Beschluss über den Teil-Flächennutzungsplan sieht Frau Kleins Planung im dritten Quartal 2025 vor.
TRrimm-Dich-Pfad
Der Zahn der Zeit nagte kräftig an den
Geräten des in den 70er-Jahren eingerichteten Trimm-Dich-Pfades im
Oberwald. Einige Geräte wurden inzwischen abgebaut, da
sportmedizinisch mittlerweile fragwürdig. 2016 wurden die letzte
Unterhaltungsmaßnahme durchgeführt. Wie Bürgermeister Christian
Schmid erläuterte, lägen der Reaktivierung des Trimm-Dich-Pfades
die Ideen der „BodyFit“ - Gruppe des Turnvereins Iffezheim zu
Grunde. Die Zahl der Stationen wird auf 13 reduziert, die bis auf
drei auf den früheren Strandorten entstehen. Die Verwaltung rechnet
mit Kosten von 35 000 bis 40 000 Euro. Mehrere ortsansässige
Unternehmen hätten Spenden in Aussicht gestellt, so daß
Bürgermeister Schmid damit rechnet, mit den für die Sanierung in
den Forsthaushalt eingestellten 15 000 Euro auszukommen. An neuen
Attraktionen sollen „Unterarmstütz“, „Berglauf“, „Sit-Ups“,
sowie ein Multifunktionsgerät die Sportler begeistern.
Schulhof Grundschule

Ein weiteres Multifunktionsgerät soll
demnächst den Schulhof der Grundschule zieren, stellte Rektorin
Gudrun Berlinger-Schäfer dem Gemeinderat vor. Die aus einer
Elterninitiative im Jahre 2007 entstandene Schulhofgestaltung biete
für eine ganztägige Betreuung zu wenig Anreize. Daher hätten sich
Eltern, Lehrer, Kernzeitbetreuer und Schüler in den letzten drei
Jahren Gedanken über eine Neugestaltung gemacht. Die Überlegungen
mündeten in einem Spielelement aus sechs Türmen, welche auf
unterschiedliche Arten zu erklimmen und auf unterschiedliche Wegen
miteinander verbunden sind. Sie böten dadurch 14 Kletter- und
Balanciermöglichkeiten. Es wird die Balancierhözer aus Robinineholz ersetzten. In Summe rechnet Berlinger – Schäfer mit
Gesamtkosten von 50 000 Euro. Die Last auf dem Gemeindesäckel soll
durch die Gewinnung von Sponsoren gemildert werden.
Schulhof Maria-Gress-Schule

Bei der Maria-Gress-Schule habe am
Anfang der Wunsch nach einer Tischtennisplatte gestanden, der
letztendlich in ein Projekt zur Berufsorientierung mündete, erklärte
Rektor Carsten Bangert. Warum machen die Schüler die
Tischtennisplatten nicht selbst? So die Anregung des Lernpartners
Kronimus Betonsteinwerk. Auf dem Weg vom Sandkorn zur
Tischtennisplatte werden die Schüler Einblicke in den
Kieswerkbetrieb erhalten, ebenso wie in die Betonsteinproduktion.
Schreinerarbeiten werden beim Erstellen der Sitzmöbel auf sie
zukommen. Die Lernpartner haben Gelegenheit, ihre Ausbildungsberufe
vorzustellen.
Weiter stehen auf der Wunschliste eine
Kletterwand, ein Trampolin, eine Slackline, eine Beschattung und
Hochbeete. Das Projekt soll von einem Filmteam unter professioneller
Leitung begleitet werden. Starten soll das über mehrere Jahre
angelegte Projekt nach den Pfingstferien mit dem Fertigen der beiden
Tischtennisplatten. Ihnen sollen im Herbst die Hochbeete folgen.
Carsten Bangert rechnet dank der Sachspenden der Lernpartner mit
Kosten von 20 000 Euro.
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