Frühjahrsmeeting Tag 2
Baden Galopp
Das IDEE 153. Deutsche Derby am 3. Juli in Hamburg-Horn warf am Samstag, dem zweiten Tag des Frühjahrs-Meetings auf der Galopprennbahn in Baden-Baden-Iffezheim seine Schatten voraus: Der von Andreas Wöhler in Spexard bei Gütersloh für das in Brackel beheimatete Gestüt Paschberg der Familie Kirstein trainierte Queroyal brachte sich mit seinem Triumph im unter dem Motto „200 Jahre Deutscher Galopprennsport“ stehenden Derby-Trial (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.000 m) vor 8.500 Zuschauern nachdrücklich ins Gespräch.
Fünf Wochen vor dem mit 650.000 Euro dotierten Rennen des Jahres sicherte sich der Churchill-Sohn, der von seinen Besitzern auch gezogen wurde, in der packenden Vorprüfung in sehr sicherer Manier durch und bestätigte die tolle Form des Erfolgsteams Andreas Wöhler/Eduardo Pedroza. Der Jockey, der erst am Donnerstag fünf Rennen in Dortmund gewonnen hatte, servierte dem 3,6.1-Mitfavoriten ein perfektes Rennen an dritter, vierter Stelle und machte Mitte der Zielgeraden innen den entscheidenden Satz. Daraufhin geriet Queroyal nicht mehr in Gefahr und hatte am Ende eine Länge Vorsprung. 32.000 Euro wanderten beim zweiten Karrieretreffer auf das Paschberg-Konto.
Magical Beat mit Pech am Start und auf der Geraden
Natürlich ist das 400 Meter längere Blaue Band das große Ziel für den Sieger und die Platzierten, von denen vor allem Magical Beat zu beachten bleibt, der nach Startverlust und versperrter Passage spät den zweiten Platz gegen die stets prominenten Wild Man und Pirouz sowie den auf Rang fünf dichtauf folgenden Ariolo eroberte. Der Franzose Martial Art fiel als einziger der sechs Kandidaten aus der Partie.
Andreas Wöhler (Trainer von Queroyal): „Seine letzte Form war schon sehr gut und auch aufgewertet worden. Zu Hause hatte Queroyal gute Fortschritte gemacht. Das Fragezeichen war der schnelle Boden. Er wird nun natürlich ins Derby gehen.“
Eduardo Pedroza (Jockey von Queroyal): „Er hat sich stetig weiterentwickelt. Unterwegs ist Queroyal sehr relaxed galoppiert. Und als ich ihn gefragt habe, hat er sofort reagiert.“
Henk Grewe (Trainer von Magical Beat): „Die Leistung war stark, aber bei glattem Rennverlauf hätte er gewonnen. Wir gehen nun direkt nach Hamburg.“
Adrie de Vries (Jockey von Magical Beat): „Er kam nicht so gut aus der Startmaschine. Und auf der Geraden liefen ihm einige Pferde in die Spur, wir hatten kurz keinen Platz, doch hat er noch schön angezogen.“
Peter Schiergen (Trainer von Wild Man): „Er hat bestens gekämpft. Der weitere Weg im Derby sollte ihm entgegenkommen. Das war die Steigerung, die wir uns erhofft hatten.“
Kaum eine Woche vergeht ohne einen Top-Treffer des im Gestüt Röttgen in Köln-Heumar beheimateten Trainers Markus Klug und seines Stalljockeys Andrasch Starke. Am Samstag, dem zweiten Tag des Frühjahrs-Meetings auf der Rennbahn in Baden-Baden-Iffezheim sicherte sich das Erfolgsteam das wichtigste Rennen des Rahmenprogramms: Die im Besitz des Gestüts Röttgen stehende dreijährige Schimmelstute Wild Gloria wurde als 3,3;1-Favoritin im Baden Racing Diana-Trial (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.800 m) der hohen Einschätzung der Wetter vollauf gerecht.
Früh auf der Zielgeraden schickte Starke die Olympic Glory-Tochter, die in Düsseldorf in einer ähnlichen Aufgabe den zweiten Platz belegt hatte, an die Seite der stets führenden Außenseiterin Valpolicella. Diese gab sich bis zum Schluss nie geschlagen, doch auf die Hilfen ihres Reiters reagierte Wild Gloria und hatte auch auf der Ziellinie einen minimalen Vorteil von einem kurzen Kopf. 15.000 Euro Siegprämie waren der Lohn.
„Eigentlich war die Startfolge seit ihrem Rennen zuletzt etwas kurz, aber das Rennen passte sehr gut. Die Gegnerin hat zwar immer dagegengehalten, doch Wild Gloria, die ein sehr phlegmatisches Pferd ist, hat toll gekämpft. Der Hamburger Stutenpreis könnte das nächste Ziel sein, auf jeden Fall wird sie auf 2.000 Metern weitermachen. Natürlich ist die Diana ein mögliches Ziel“, verriet Markus Klug. „Man hat gesehen, dass sie weitere Wege mag“, ergänzte Andrasch Starke. „Die heutige Strecke musste ihr gegenüber Düsseldorf kürzlich entgegenkommen. Wir waren bewusst zur Stelle, aber die Konkurrentin gab nie auf.“
Valpolicella lief als Zweite das Rennen ihrer bisherigen Karriere. „Damit hatten wir nicht gerechnet, das Ziel Black Type ist erreicht“, sagte Trainer Henk Grewe. Die Französinnen Agneta (Jockey Clement Lecoeuvre: „Sie hat das geschafft, was wir wollten“) und Once belegten Platz drei bzw. vier. Die hochgehandelte Agneta wirkte bald nicht mehr gefährlich.
Höhere Ziele im Visier
Die dreijährige Schimmelstute Derida (3,4:1-Co-Favoritin) gewann das neue welle Auftaktrennen über 2.000 Meter mit tollem Endspurt und in richtungsweisender Manier. Unter Rene Piechulek schob sich die Reliable Man-Tochter noch an der stets führenden Valuable Vista und der Favoritin Rondina vorbei.
„Derida ist eine etwas phlegmatische Stute, die schon früh ihr Talent angedeutet hatte. Sie hat Nennungen in den Oaks d’Italia und im Preis der Diana. Wir werden in Ruhe über ihren weiteren Weg entscheiden“, sagte die Münchener Trainerin Sarah Steinberg, die Derida für den Stall Salzburg des Freilassinger Schlafmöbel-Unternehmers Hans-Gerd Wernicke vorbereitet.
Ein Treffer – über 40.000 Euro Auszahlung
Lilli-Marie Engels war nach ihren beiden Treffern am Donnerstag erneut auf der Überholspur – im einem 1.600 Meter-Ausgleich III markierte die 22-jährige mit der von Dominik Moser in Hannover vorbereiteten Mykonos (7,7:1) ihren dritten Meetingssieg. Mit gewaltigen Reserven spurtete sie an den Außenseitern Itman, Frühlingsbote und Modulation vorbei. Die Viererwette bezahlte 81.951,6:1 Euro. Ein Wetter im Internet lag goldrichtig und kassierte über 40.000 Euro, für einen Einsatz von 30 Euro.
Auch mit acht Jahren brennt das „Feuer“ noch
2020 war der im Besitz des Schweizers Peter Michael Reichstein stehende Fuego Del Amor sogar in Dubai achtbar gelaufen. Und sein „Feuer“ brennt immer noch. Nun sicherte sich der von Dr. Andreas Bolte in Lengerich betreute Achtjährige den Preis vom Kurhaus Baden-Baden (Ausgleich II, 1.600 m) trotz hohen Gewichts mit Rene Piechulek als 14,8:1-Außenseiter gegen Jack O‘ Boy und Sun at work.
Mega-Viererwette zum Abschluss
Auch im abschließenden 1.200 Meter-Sprint gab es noch eine Riesenüberraschung, als die Belgierin Naughty Ana (19,5:1) unter Marco Casamento Latino, Jungle Spirit und Ocean Air hinter sich ließ. Die Viererwette kletterte auf eine Quote von 37.664,8:1 Euro. Sie wurde einmal auf der Bahn getroffen. 18.832,40 Euro war die Auszahlung. Der Gesamtumsatz in den acht Rennen belief sich auf 571.701,73 Euro.
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